Werkkapelle Spießhofer & Braun

Presseberichte


Mit Schuhen und Kochlöffeln lässt sich auch musizieren

13.04.2008
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konzert-08-klein.jpgEröffnet wurde diese Reise traditionell von der Jugendkapelle unter der Leitung von Dirigentin Sibylle Abele. Seit dem Beginn ihres Engagements hat sich eine Besonderheit im Aufbau des Konzertprogramms und dessen Präsentation entwickelt: Der gesamte Auftritt hängt thematisch zusammen und wird durch entsprechende Ansagen zu einer äußerst ansprechenden Mischung aus Theaterstück und Konzert.

Die Moderation wird dabei immer von Jugendlichen aus der Kapelle übernommen, was den Spaßfaktor für Musiker und Zuschauer zwischen den Stücken auf die Spitze treibt. Dieses Jahr trieben Julian Hegele und Fabio Klingenberg ihre Scherze in der Rolle von Musikwissenschaftlern, die sich ständig spitzfindige Bemerkungen zuwarfen und Stück für Stück das Programm der Jugendkapelle „komponierten“. Auch musikalisch war der Auftritt ein voller Erfolg.

Das durchgehend moderne Sortiment begann mit „The Great Highland Pipes“, einer Adaption des wohl bekanntesten Dudelsackmotivs der schottischen Folklore. Nach der Filmmusik zum Kinohit „King Kong“ bewies Johannes Sorg in „Tubanera“ souverän, dass auch eine Tuba zu spanischen Rhythmen taugt. Beim Titel „The Great Locomotive Chase“  brillierte das Schlagwerk, bevor man sich mit „Rough Mix“ der Rockmusik zuwandte und sich dazu passend auch noch einen E-Bassisten und einen E-Gitarristen der Jugendmusikschule Heubach auf die Bühne holte.

Die Jugend war mit 45 Musikern so stark besetzt wie selten zuvor und zeigte sich von ihrer besten Seite. Nach großem Beifall verabschiedete sich die Jugendkapelle mit dem Santana-Klassiker „Evil Ways“. Vorstand Gerd Kretzschmar lobte die Jugendlichen und führte das Publikum weiter durch den Abend.

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Vor dem Auftritt der Werkkapelle Spießhofer & Braun gab es noch eine schlagkräftige Überraschung. Acht Schlagzeuger der Jugendmusikschule Heubach führten in Besetzungen von vier bis acht Mann Stücke auf, in denen gänzlich auf den Einsatz herkömmlicher Musikinstrumente verzichtet wurde. Die Schüler des verhinderten Schlagzeuglehrers Andreas Welzenbach, der eins der Stücke selbst schrieb, musizierten mit Schuhen, Kochlöffeln und Tischen, während sie vollen Körpereinsatz zeigten.

Nach dieser kurzweiligen Vorführung trat die Werkkapelle unter Leitung ihres langjährigen Dirigenten Martin Pschorr auf. Die Eröffnung wurde mit „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“ traditionell mit lauten Bläsersätzen und militärischer Feststimmung inszeniert. Charmant und eloquent wie jedes Jahr führte Ulrike Mangold die Zuschauer durch das abwechslungsreiche Programm. Aus der Programmmusik spielte die Werkkapelle die „Promenade“ und „Das große Tor von Kiew“ aus dem weltberühmten „Bilder einer Ausstellung“ von Modest P. Mussorgsky. Mit Smetanas „Galop Bajadérek“  ging es äußerst rasant weiter, bevor Martin Pschorr mit seinen beiden Töchtern Johanna und Marlene zum traditionellen Alphorn griff und das Stück „Begegnung“ präsentierte. Das Solostück für drei Alphörner wurde sehr emotional vorgetragen und von der Werkkapelle begleitet.

Wilde Trommeln und afrikanische Rhythmen hörte man dagegen in „African Inspirations“. Mal schnell und unbändig, dann wieder geheimnisvoll und fremdartig wie der schwarze Kontinent selbst klang dieser musikalische Exkurs in Exotik und Andersartigkeit.

Der nächste thematische Wechsel sollte für drei Stücke anhalten und entführte die Zuschauer in die bunte und unterhaltsame Welt der Zirkusartisten. Mit „Them Basses“ zeigte das tiefe Blech der Werkkapelle seine Klasse, bevor die Lachmuskeln mit „The Clowns“ und „Clowns Carneval“ strapaziert wurden. Schiefe Klänge, scheinbar unbeabsichtigte musikalische Missgeschicke und rasante Tempowechsel zeichneten diesen modernen Teil des Programms aus.

Das offiziell letzte Stück des Abends war die traditionelle „Jäger-Polka“, die wieder einmal zeigte, dass die Werkkapelle trotz des teilweise modernen Repertoires ihre Wurzeln in der Blasmusik hat. Das applaudierende Publikum bekam noch zwei Zugaben zu hören. Zuerst spielte David Ehret ein einfühlsames Trompetensolo im sehr getragen gespielten „Mitternachts Blues“, bevor sich die Werkkapelle mit dem swingenden „Mountain Rock“ und einem mitreißenden Tenorsaxophonsolo von Hans Zeller musikalisch endgültig von ihren Gästen verabschiedete.

Nach dem Konzert wurde wie schon in den Jahren zuvor umgebaut, um sich noch in gemütlicher Runde zusammen zu setzen. Die Bewirtung übernahm wieder die Freiwillige Feuerwehr Heubach.

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